Das war die Photokina 2016 (ein subjektiver Rückblick)

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Zwei Tage an der Photokina hinterlassen vielfältige Eindrücke. Hier eine kurze persönliche Zusammenfassung. Schon bei der Vorbereitung des Messebesuchs habe ich bemerkt, dass die Photokina flächenmässig deutlich kleiner als 2014 ausgefallen ist. Dennoch ist sie beim Besuch weitläufig, was ich abends dann auch in den Beinen gespürt habe. Natürlich bewegen sich alle Besucherinnen und Besucher mit ihrem ganz persönlich geprägten Blick durch die Messehallen. Ich selber spürte eine deutliche Verschiebung meiner Interessen im Vergleich zum Besuch vor zwei Jahren. Mit meiner persönlichen Fotoausrüstung bin ich absolut zufrieden. Deshalb standen die neuesten Kameras und Blitzanlagen nicht mehr so im Fokus.

Hightech und 360°

Klar gibt es da immer wieder technische Meisterleistungen der Kamerahersteller, doch werden wirkliche Innovationen im Segment traditioneller Kameras immer seltener. Aufmerksamkeit erregte Fuji mit der neuen spiegellosen Mittelformatkamera FUJIFILM GFX 50S. Nikon hingegen, wo ich Neuentwicklungen im Bereich der spiegellosen Kameras erwarten würde, stellte drei Actioncams vor, darunter die «KeyMission 360». Sie verspricht 360°-Filme in 4K und wasserfest bis 30m Tiefe zu sein. Somit wären wir bei einem Trend, der neue Zielgruppen ansprechen dürfte. Das Thema 360° war immer wieder anzutreffen. Kameras wie die Theta S von Ricoh werden für den Consumer-Markt konzipiert und ermöglichen ohne grosse technische Hürden neue Bild- und Videoerlebnisse. Sie werden eher digital genutzt, sei es auf YoutTube, Facebook oder mit 3D-Brillen. So hat Zeiss mit der VR ONE Plus ein neues seiner VR-Brille gezeigt, dessen Optik mich überzeugt hat. Vielen Gelegenheitsnutzern wird eine günstige Cardboard-Brille reichen.

Analoge Bilder

Neben neuen digitalen Möglichkeiten nahm der analoge Teil der Fotografie einen grossen Raum auf der Photokina ein. Nun ist sogar Leica ist mit dem Modell «Leica Sofort»  auf den Zug der Sofortbildkameras aufgesprungen – selbstverständlich in einem höheren Preissegment. Auch Impossible hat mit der  «Impossible Project I-1» die ursprüngliche Sofortbildkamera nach eigener Aussage neu erfunden und an die digitale Umgebung angepasst. Das Unperfekte und Einzigartige macht den Reiz von Sofortbildern aus. Deshalb ist es fraglich, ob man so teure Kameras überhaupt braucht. Billiger geht es mit den Modellen von Fuji. Diese Firma hat es geschafft, eine neue Generation auf dem Stand anzusprechen. Mit den analogen Bildchen wurde fleissig gestaltet und gebastelt. Zudem wurden in einer kleinen Galerie Sofortbilder von Fotografen ausgestellt. Für nächstes Frühjahr hat Fuji die neue «Instax Square» angekündigt, die dann Fotos im bekannten quadratischen Stil von Impossible produziert.

Fotografie und mobile Geräte

Auf den Photokina-Bühnen gabe es einige Sessions mit Fotografen, welche mit Smartphones fotografieren. Sie stellten vor, wie sie fotografieren und ihre Bilder bearbeiten, wie sie ihren Stil gefunden haben. Wenn man die Bilder so anschaut wird einem bewusst, wie wenig Technik eigentlich für ausgezeichnete Bilder nötig ist. Eine gute Portion Kreativität, ein guter fotografischer Blick und wenige kostengünstige Apps genügen. Natürlich gab es an diversen Messeständen eine reiche Palette von Zubehör für die Smartphonefotografie, vom einfachenMinistativ über LED-Leuchten bis hin zu teuren 3-Achsen-Gimbals. Die Zusatzlinsen «ExoLens» von Zeiss habe ich getestet. Ihre Qualität bei Makro, Weitwinkel und Tele überzeugte bei den gemachten Probeaufnahmen. Doch habe ich schon mit meinem Set «4-in1 Lens» von Olloclip die Erfahrung machen müssen, dass ich die Linsen nur sporadisch für spezielle Projekte nutze. Weiter ist fraglich, wann die Investition durch neue Entwicklungen nicht mehr nutzbar ist. Da denke ich beispielsweise an die neuen Smartphones mit Dual-Kamera.

Einen ganz anderen Aspekt der Arbeit mit mobilen Geräten bedient Adobe. Deren Stand war vor allem dank der vielen interessanten Veranstaltungen sehr attraktiv. Dabei standen die Möglichkeiten der Creative Cloud für Fotografen im Zentrum. Adobe ist mit seinen einen überzeugenden Weg gegangen. Smartphones, Tablets und Computer werden in einen einfach zu handhabenden Workflow integriert. Viele Arbeitsstationen, an denen Fachleute die Tools erklärten, gab es bei Adobe nicht. Das ganze Konzept könnte aber allgemein für die nächste Photokina interessant sein, denn Adobe liess die Profis, die mit den Tools arbeiten, direkt die Möglichkeiten anhand konkreter Projekte zeigen. Dies führt zu einem letzten Aspekt, den ich im Zusammenhang mit meinem Photokinabesuch thematisieren möchte.

Community und Kreativität

Bei der Fotografie geht es, wie weiter oben berweist thematisiert, nicht in erster Linie um Technik, sondern um Kreativität und fotografisches Grundwissen. In diesem Bereich hatte die Photokina wiederum einiges zu bieten. Da waren einerseits die bekannten Grössen aus dem Fotobusiness, welche den Zuschauer Einblicke in ihr Schaffen und ihre Vorgehensweise ermöglichten. Das Spektrum war vielfältig und inspirierend. Doch nicht nur die bekannten Fotografinnen und Fotografen machen so eine Messe interessant. Man kommt mit neuen Leuten ins Gespäch, saugt neue Ideen auf. Mit geht es immer so, dass ich mit vielen Ideen für meine weitere fotografische Arbeit nach Hause komme. Der Apekt der Community sollte in zwei Jahren unbedingt ausgebaut werden. Dies wäre eine wertvolle Erweiterung der Messe.

By | 2016-10-14T14:47:40+00:00 25. September 2016|Categories: Blog, Bücher/Medien, Foto-Zubehör, Fotos, Kameras, Tutorials, Veranstaltungen|0 Comments

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